Linux wird im Arbeitsalltag eingesetzt
Schleswig-Holstein hat den Wechsel zu offener Software ausdrücklich zum Ziel erklärt und bereits konkrete Schritte umgesetzt. Nach Angaben der Staatskanzlei vom 19. September 2026 arbeiten dort mehr als 200 Beschäftigte mit Linux. Weitere Ministerien und Landesbehörden sollen schrittweise folgen.
Das ist ein anschauliches Beispiel für Menschen, die sich Linux bisher vor allem in der Softwareentwicklung vorgestellt haben: Auch an gewöhnlichen Büroarbeitsplätzen wird damit gearbeitet.
Ein Wechsel mit mehreren Bausteinen
Die Landesstrategie umfasst neben dem Betriebssystem auch Büroanwendungen, E-Mail und Zusammenarbeit. Bereits im Dezember 2025 meldete das Land, dass knapp 80 Prozent der Arbeitsplätze außerhalb der Steuerverwaltung LibreOffice nutzen. Der Linux-Umstieg baut auf dieser Entwicklung auf.
Begleitet wurde die Einführung in der Staatskanzlei unter anderem durch Informationsveranstaltungen, Lernvideos und Ansprechpartner vor Ort. Rund 20 Arbeitsplätze waren laut September-Mitteilung wegen bestehender technischer Abhängigkeiten noch ausgenommen. Der erreichte Stand betrifft damit die Staatskanzlei; die gesamte Landesverwaltung wird weiter schrittweise umgestellt.
Weitere Bundesländer setzen auf offene Lösungen
Auch Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern arbeiten mit Schleswig-Holstein an offenen digitalen Arbeitsumgebungen. Mit Thüringen wurde am 22. September 2026 eine engere Zusammenarbeit vereinbart, unter anderem zu Open-Source-Software am Verwaltungsarbeitsplatz. Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein bekräftigten am 31. August 2026 ihre Kooperation bei offenen Lösungen.
Diese Kooperationen zeigen das Interesse an mehr digitaler Eigenständigkeit. Der konkret beschriebene Linux-Rollout in diesem Beitrag ist die Umstellung der schleswig-holsteinischen Staatskanzlei.
Was Sie für Ihren Betrieb mitnehmen können
Eine Landesverwaltung und ein kleines Unternehmen haben unterschiedliche Größenordnungen und Abläufe. Interessant ist für den eigenen Betrieb vor allem der praktische Gedanke dahinter: Sie können Ihre Arbeitsumgebung selbst gestalten und offene Anwendungen bewusst auswählen.
Für einen überschaubaren Einstieg lohnt sich der Blick auf einen typischen Arbeitstag. Welche Aufgaben erledigen Sie im Browser? Welche Dokumente bearbeiten Sie? Wie organisieren Sie E-Mails, Termine und Dateien? So wird deutlich, welche Werkzeuge Sie bereits kennen und welche Sie kennenlernen möchten.
Daraus lässt sich ein erster Arbeitsplatz zusammenstellen, an dem Linux im eigenen Alltag greifbar wird. Eine kurze Einführung kann sich genau auf diese Aufgaben konzentrieren. Wie sich der Einstieg anfühlt, lässt sich so unmittelbar erleben.
Für den eigenen Einstieg gibt es vertraute Oberflächen
Sie müssen für Ihren Betrieb nicht dieselbe technische Lösung wählen wie eine Landesverwaltung. Ein Beispiel für einen zugänglichen Linux-Desktop ist Linux Mint mit Cinnamon. Anwendungsmenü, Fensterleiste und Dateiverwaltung bieten Windows-Nutzern bekannte Orientierungspunkte.
Im Beitrag Linux Mint: Ein vertrauter Einstieg für Windows-Umsteiger zeigen wir Ihnen, wie diese Arbeitsumgebung aufgebaut ist und wie Sie sie zunächst ausprobieren können.
Vom Praxisbeispiel zu Ihrem Arbeitsplatz
Das Beispiel aus Schleswig-Holstein macht Linux als Büroarbeitsplatz sichtbar. Für Ihr Unternehmen zählt anschließend, welche Möglichkeiten zu Ihren eigenen Aufgaben passen.
Vielleicht möchten Sie zunächst Linux Mint kennenlernen. Vielleicht suchen Sie schon passende Anwendungen für Ihren Arbeitsplatz. Mit unserem kostenlosen PDF-Startpaket können Sie direkt beginnen. Auf der Linux-Seite stellen wir außerdem den geplanten technischen Einstiegsplan vor.